20250824 – sonntagsnotizen

ein sonntagmorgenspaziergang entlang des salzpfades1https://www.badoldesloe.de/G%C3%A4ste/Freizeittipps/Salzpfad/ in bad oldesloe. einen passenden adventure-lab-cache gibt es auch.

die einzelnen stationen sind gut beschildert, wenn auch hier und da schade ist, dass so wenig erhalten geblieben ist, ein bisschen norddeutsche / dänische und lokal-geschichte quasi im vorbeigehen inhalieren und die natur geniessen, das hatte was. nicht erschlossen haben sich mir allerdings die qr-code-aufkleber auf den einzelnen stationen, mit denen man sich dann „die texte auch anhören“ könne.

auf der alten trauerweide am salzteich (bild oben) saß, wie man auf englisch sagen würde, totally unfazed ein reiher und kuschelte sich in der morgenfrische noch ein wenig ins eigene gefieder.

rund um den kurpark und an den umgebenden strassen fiel mir positiv auf, dass viele flächen mit wildstauden bepflanzt sind, so dass ich mich auch ein wenig mit flora incognita2https://floraincognita.de/ ausgetobt habe.

auf dem nachhauseweg kurzer halt beim bäcker in der „innenstadt“ von ahrensburg. wenn man vom niedlichen schlösschen anfahrend, durch enge strasse mit alten häusern dann plötzlich auf die betonierte „marktplatz“-fläche kommt, erschlägt einen der kahle neo-brutalismus fast. da helfen auch die in reih‘ und glied gepflanzten bäume und unmotivierten water features nicht.

schnelles mittagessen aus übrigen spaghetti vom samstag, mit ein paar champignons und etwas sahne / einem schuss mushroom soy.

über den tag verteilt hat der liebste weiter sein python-seminar absolviert, ich mich meinen digitalen kruschelkisten gewidmet, und nebenher gab es noch zwei südafrika-dokus aus der mediathek.

die eine, „drachenberge und wilde küste“3https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/laender-menschen-abenteuer/Drachenberge-und-Wilde-Kueste-Suedafrikas-abenteuerlicher-Osten,sendung1321374.html, hatten wir schonmal gesehen. sehr angenehm fand ich daran, dass mal nicht die offensichtlichen stories erzählt werden, sondern – neben einer über ein privates wildreservat – vor allem die von einfachen (schwarzen) menschen, ohne dabei in romantisierung zu verfallen, eine menge tolle natur gibt’s auch zu sehen.

die andere: „lost places – Südafrika unter der apartheid“4https://www.zdf.de/video/dokus/lost-places-geheime-welten-100/lost-places-geheime-welten-suedafrika-unter-der-apartheid-100 geht an drei verlassene orte und erzählt aus erfrischend anderem blickwinkel von der apartheid-ära Südafrikas (auch wenn ein hauch mandela natürlich sein muss).

es ist seltsam, wenn man sich klarmacht, dass die apartheid noch nicht sooo lang eher ist (und auch nicht so lang her, dass sie begonnen wurde), mir sagt pieter willem botha noch etwas. gleichzeitig ist südafrika ein sehr junges land, aktuell ist mehr als ein viertel der bevölkerung jünger als 15, und vielleicht haben sie eine chance, in diesem jahrhundert dinge besser zu machen.


  • 1
    https://www.badoldesloe.de/G%C3%A4ste/Freizeittipps/Salzpfad/ ↩︎
  • 2
    https://floraincognita.de/ ↩︎
  • 3
    https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/laender-menschen-abenteuer/Drachenberge-und-Wilde-Kueste-Suedafrikas-abenteuerlicher-Osten,sendung1321374.html ↩︎
  • 4
    https://www.zdf.de/video/dokus/lost-places-geheime-welten-100/lost-places-geheime-welten-suedafrika-unter-der-apartheid-100 ↩︎

salz und pfeffer

in der dritten staffel der (überaus empfehlenswerten) serie somebody somewhere1https://en.wikipedia.org/wiki/Somebody_Somewhere_(TV_series) endet die vierte folge mit einem song, der mit ein grund für dieses irgendwas mit musik ist:

none of your business, von salt-n-pepa2https://www.youtube.com/@saltnpepaofficial/videos.

natürlich hatte ich erst mal gar keinen schimmer, was ich da hörte, ich wusste nur: das ist cool, das mag ich, und es ist null mein musikstil, also will ich was drüber lernen.

zum glück für musikalisch ahnungslose wie mich gibt es seiten wie etwa tunefind 3https://www.tunefind.com/, die es den noobs ermöglichen, auch rauszufinden, welche musik aus einer tv show sie so berührt hat.

und dann stellte ich fest, dass der song 30 jahre alt ist.
dreissig.

die ansage des songs ist klar: digga, ich lebe mein leben (und meine sexualität) wie ich will, steck‘ dir deine doppelmoral sonstwohin, das alles mit ebenso viel attitude vorgetragen wie es auch die männlichen rapper und hiphopper an den tag legen. saustark.

ich kannte natürlich „let’s talk about sex“, und auch salt-n-pepa sagten mir was. bei rap und hip hop habe ich allerdings eine riesige bildungslücke. das muss sich ändern. mein musikleben braucht ein bisschen mehr würze und spicyness.

salz und pfeffer sind ein guter anfang.


  • 1
    https://en.wikipedia.org/wiki/Somebody_Somewhere_(TV_series) ↩︎
  • 2
    https://www.youtube.com/@saltnpepaofficial/videos ↩︎
  • 3
    https://www.tunefind.com/ ↩︎

irgendwas mit musik

im leben eines jeden menschen kommt der moment, wo man feststellt: oh shit, ich habe so viel zeug verpasst / ausgelassen. und prompt möchte mensch etwas davon nachholen. manche gehen auf weltreise, manche machen kinder, ich habe beschlossen, für mich mich das thema musik neu zu erkunden. und schon beim querhören meiner musiksammlung und dem sichten von literatur zum thema wird klar: ich habe eine menge material zur auswahl. aus dem vollen schöpfen, sozusagen.

ob ich in meinem leben noch das oeuvre von eminem wirklich verstehen werde, oder die weiten der elektronischen musik vollständig erkunde? werde ich mich in jazz verlieben oder zum metalhead werden? ich weiss es nicht.

es ist eine reise ins unbekannte, und wer lust darauf hat, ist herzlich eingeladen, sie mit mir anzutreten. ich werde ganz sicher in das eine oder andere rabbit hole abtauchen, komisches zeug komisch oder toll finden, und ein paar ganz offensichtliche a-ha momente (pun intended) haben, aber am ende geht es nur um eins: spass dran zu haben, das ist der plan.

designentscheidungen

alles auf anfang also, dieses blogging nochmal angehen. der erste schritt sind für mich wichtige designentscheidungen.

1. wordpress

die vielleicht schwierigste entscheidung. eigentlich [tm] will ich weg von den grossen kommerziellen plattformen, und dem ganzen us-basierten zeugs, und matt mullenweg ist nicht gerade durch seinen begnadeten umgang mit der wordpress-welt aufgefallen. ja, ich könnte mich in etwas wie 11ty, htmly oder publii einarbeiten. aber einer der gründe für mich, das hier zu machen, ist, die dinge einfach zu halten. keep it simple, sweetie. und mit wordpress kenne ich mich aus, less friction, und es gibt all das was ich haben will relativ schmerzfrei als plugins und funktionen. ich muss nicht immer das rad neu erfinden, etwas, das für mich stressarm funktioniert ist mir wichtiger.

2. einheitliche kleinschreibung

mir hat sich noch nie erschlossen, warum es in der deutschen sprache nicht analog zu den meisten mit lateinischem alphabet geschriebenen sprachen eine einheitliche kleinschreibung gibt. (ich kenne die argumente hinsichtlich homonymen und homographie, und ich kann mit dieser menge unschärfe gut leben). gleichermassen werfe ich hier für mich das ‚ß‘ aus dem gebrauch, ab sofort nur noch doppel-s.

den endgültigen anschub gab mir robin detje in der taz 1https://taz.de/Wolfram-Weimers-Gender-Verbot/!6101942/ mit seinem text „Warum ich mich aus meiner Nationalsprache verabschiede“, einem sehr treffsicheren rant über die deutsche sprachverbotspolitik.

Ab jetzt bin ich sprachlich staatenlos und spreche und schreibe nur noch meine eigene Sprache – alles meins, alle Worte, alle Regeln, Zutritt für Staatsräson verboten/

ein bisschen fühle ich mich an die 1980er erinnert, als wir neben wortschöpfungen wie rächtschraihpunk auch lernten, dass alles private politisch ist. das ist bis heute so.

3. keine cookies, keine kommentare

das ist eben so banal wie weitreichend. und hat mich eine ganze menge hirnschmalz gekostet, denn mittelfristig werde ich wohl auch beiträge aus alten, dann verschwindenen blogs hier ins archiv schieben.

keine kommentare bringen mit sich, dass ich mir den gesamten kommentar-moderations-overhead erspare.

keine cookies, das bedeutet: keine cookiebanner und gedöns pflegen müssen. und keine monetarisierung, keine vg wort (bis auf das unverändert bestehen bleibende foodblog war das ohnehin nie etwas, das auf nennenswerte klickzahlen gekommen wäre), keine affiliatelinks. kein trackingscheiss, keine einbindung von youtube oder wasauchimmer. das ist mit ein grund, warum ich stattdessen wieder gute, altmodische linklisten, hier als fussnoten, unter meine entsprechenden artikel setze. ja, das bedeutet, dass lesende ggf. auf youtube-links oder ähnliches copy/paste machen müssen. ich traue euch das zu.


  • 1
    https://taz.de/Wolfram-Weimers-Gender-Verbot/!6101942/ ↩︎