2026-02 musikdokus

allerlei gesehen in den letzten wochen:

– eine louis armstrong doku, ich glaube von arte, schon gelöscht, nicht mehr in der mediathek – ganz okay. die wirkung de rmusik, aber auch die enge einbindung in die schwarze bürgerrechtsbewegung.

– joe cocker – mad dog with soul, auch mal aus der mediathek gesichert (nicht mehr verfügbar). schöne doku, ich finde den jungen cocker immer irgendwie sehr sympathisch, dabei auch über die cocker-wiese in dresden gestolpert. nette doku mit gefühl. ist der wirklich schon 12 jahre nicht mehr unter uns?

– zwei david bowie dokus bei arte. mittlerweile finde ich den kontext und die verlknüpfungnen der gesamten „grossen“ musik- udn kunstszene sehr spannend. kann aber mit bowie nichts anfangen, über den bezug, dass er eine person war, dei viele facetten hatte und ausgelebt hatte, hinaus.

rebel country

gesehen: rebel country – von johnny cash bis lil nas x1https://www.arte.tv/de/videos/123405-000-A/rebel-country/

arte doku, im englischen original mit untertiteln.

ein film über die entwicklungen in der country music, beginnt mit lil nas x „old town road“ und den ripples, die das durch die country szene geschickt hat. man kann diskutieren, ob und wie weit es country ist, und in genau dieses rabbit hole begibt sich die doku. es geht darum, wie sich country music entwickelt, mit einer influx von queer und coloured artist, insbesondere der queer aspect wird sehr stark beleuchtet.

sehr spannend, habe viele neue musikstile und artists kennengelernt. gern gesehen.


  • 1
    https://www.arte.tv/de/videos/123405-000-A/rebel-country/ ↩︎

a complete unknown

gesehen: a complete unknown

lose verfilmung des buches dylan goes electric!

ein film von james mangold, der die frühen jahre des wirkens von bob dylan beleuchtet. timothée chalamet verkörpert dylan. angenehm zurückgenommen, es wird keine heldenstory erzählt. der star nicht überhöht, aber insgesamt ein bisschen flach. tatsächlich finde ich edward norton als pete seeger deutlich stärker; monica barbaro als joan baez ist fantastisch.
am ende verstehe ich nach dem film besser, warum ich mit dylan nie was anfangen konnte, bei aller politischen wirkung.

westbam bei nature one

in der arte-mediathek aufgelesen:
westbam bei nature one (2025)1https://www.arte.tv/de/videos/126469-017-A/westbam/

westbam ist für mich sowas wie urgestein der deutschen raver- und technoszene, sicher nicht zuletzt durch mayday2https://de.wikipedia.org/wiki/Mayday_(Veranstaltung. house, techno, rave, partymusik.

das konzert ist eher elektronik, die gut im hintergrund laufen kann, denn partymukke. ein befreundeter musiker nannte sowas mal „karaoke für keyboarder“. da liegen ordentliche drum- und baselines, die füsse wippen mit, es groovt, aber irgendwie fehlt obendrüber ein layer. so wie bei einem essen, das viel pfeffer chili und zwiebel hat, aber keine ätherischen kopfnoten.

alles sehr routiniert abgefahren, westbam wirkt leider eher mechanisch und teilnahmslos, und mit seinem tiefen basecap teilweise wie ein us veteran, der sich das hörgerät zurechtrückt, weniger wie ein dj. zwischen publikum und performer passiert nichts, es springt in keine richtung ein funke über.
klar, auch ein westbam kann mal einen doofen tag haben, und muss dann eben trotzdem sein programm durchziehen; das publikum wiederum vermittelt den eindruck, dass sie da irgendwas abtanzen, aber vielleicht auch nur, weil das ticket bezahlt ist oder sie auf was andres warten. begeisterung sieht anders aus (etwa, die chemical brothers in glastonbury, da ging die post ab).

kann man hören, macht nix kaputt, aber kann von der alten faszination so gar nichts rüberbringen.

arte begleittext:

Als Vordenker und Innovator der deutschen House- und Techno-Szene hat er über drei Jahrzehnten hinweg die elektronische Musik geprägt. Westbam ist nicht nur ein Musiker, sondern auch ein Visionär, der die deutsche Clubkultur nachhaltig verändert und Techno in den Mainstream katapultiert hat. Neben seinen vielen Produktionen hat er auch ein Buch verfasst und Generationen von Musikern inspiriert.

Aufzeichnung vom 02. August 2025 bei Nature One in Pydna Kastellaun, Deutschland.

da das video irgendwann vermutlich depubliziert wird, hier auch noch das gleiche dings bei youtube3https://www.youtube.com/watch?v=Z_PevOGq66c.

  • 1
    https://www.arte.tv/de/videos/126469-017-A/westbam/ ↩︎
  • 2
    https://de.wikipedia.org/wiki/Mayday_(Veranstaltung ↩︎
  • 3
    https://www.youtube.com/watch?v=Z_PevOGq66c ↩︎

last night of the proms 2025

gesehen: the last night of the proms 2025

viele jahre war die lnop ein festes ereignis für mich, die beiden letzten jahre habe ich sie aus verschiedenen gründen nicht gesehen.

die 2025er version war recht interessant.

ganz stark: elim chan als dirigentin. was für eine faszinierende person und spannende biografie. ganz toll auch trompeterin alison balsom. ich glaube ich habe noch nie jemanden so grandios klassische musik mit der trompete spielen gehört.

cool natürlich bohemian rhapsody, mit brian may und roger taylor. bill bayley, der the typewriter gab – sofortige erinnerung an büro, büro.

aufgefallen ist mir, dass die inszenierung (visuell, die regie, die kameraführung) fokussierter und auch glatter war, weniger fähnchenschwenkende party, mehr e-musik-orientiert. natürlich ist die licht- und tontechnik der royal albert hall atemberaubend.

das einzige, was mir nicht gefiel, war die quasi-sakrale intonierung von god save the king. die religiöse verbrämung der regentschaft von charles als von gott eingesetztem oberhaupt finde ich im 21. jahrhundert ohnehin absurd. davon abgesehen ein fabelhafter musik-abend.

salz und pfeffer

in der dritten staffel der (überaus empfehlenswerten) serie somebody somewhere1https://en.wikipedia.org/wiki/Somebody_Somewhere_(TV_series) endet die vierte folge mit einem song, der mit ein grund für dieses irgendwas mit musik ist:

none of your business, von salt-n-pepa2https://www.youtube.com/@saltnpepaofficial/videos.

natürlich hatte ich erst mal gar keinen schimmer, was ich da hörte, ich wusste nur: das ist cool, das mag ich, und es ist null mein musikstil, also will ich was drüber lernen.

zum glück für musikalisch ahnungslose wie mich gibt es seiten wie etwa tunefind 3https://www.tunefind.com/, die es den noobs ermöglichen, auch rauszufinden, welche musik aus einer tv show sie so berührt hat.

und dann stellte ich fest, dass der song 30 jahre alt ist.
dreissig.

die ansage des songs ist klar: digga, ich lebe mein leben (und meine sexualität) wie ich will, steck‘ dir deine doppelmoral sonstwohin, das alles mit ebenso viel attitude vorgetragen wie es auch die männlichen rapper und hiphopper an den tag legen. saustark.

ich kannte natürlich „let’s talk about sex“, und auch salt-n-pepa sagten mir was. bei rap und hip hop habe ich allerdings eine riesige bildungslücke. das muss sich ändern. mein musikleben braucht ein bisschen mehr würze und spicyness.

salz und pfeffer sind ein guter anfang.


  • 1
    https://en.wikipedia.org/wiki/Somebody_Somewhere_(TV_series) ↩︎
  • 2
    https://www.youtube.com/@saltnpepaofficial/videos ↩︎
  • 3
    https://www.tunefind.com/ ↩︎

irgendwas mit musik

im leben eines jeden menschen kommt der moment, wo man feststellt: oh shit, ich habe so viel zeug verpasst / ausgelassen. und prompt möchte mensch etwas davon nachholen. manche gehen auf weltreise, manche machen kinder, ich habe beschlossen, für mich mich das thema musik neu zu erkunden. und schon beim querhören meiner musiksammlung und dem sichten von literatur zum thema wird klar: ich habe eine menge material zur auswahl. aus dem vollen schöpfen, sozusagen.

ob ich in meinem leben noch das oeuvre von eminem wirklich verstehen werde, oder die weiten der elektronischen musik vollständig erkunde? werde ich mich in jazz verlieben oder zum metalhead werden? ich weiss es nicht.

es ist eine reise ins unbekannte, und wer lust darauf hat, ist herzlich eingeladen, sie mit mir anzutreten. ich werde ganz sicher in das eine oder andere rabbit hole abtauchen, komisches zeug komisch oder toll finden, und ein paar ganz offensichtliche a-ha momente (pun intended) haben, aber am ende geht es nur um eins: spass dran zu haben, das ist der plan.